Depressionen

Burn-out / Angst- und Schlafstörungen

Krankheitsbild Depressionen

"Krankheit, Wahnsinn und Tod hielten wie schwarze Engel Wacht an meiner Wiege. Sie haben mich durch mein ganzes Leben begleitet." Edvard Munch

Eines seiner berühmtesten Bilder, "Der Schrei", verdeutlicht die Qualen der Seele Edvard Munchs, ein Sinnbild für die Krankheit Depression.

In unserer Praxis behandeln wir Depression sowie Angst- und Schlafstörungen mit verschiedenen Therapie-Ansätzen, die wir individuell auf Ihre Bedürfnissen abstimmen. Unser oberstes Ziel ist es, damit Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Formen der Depression, sowie Angst- und Schlafstörungen sowie die Möglichkeiten der Behandlung.

Depressionen

Depressive Episoden
Depressive Episoden erscheinen sehr unterschiedlich und bezeichnen eine mindestens zweiwöchige Phase, während derer gleichzeitig mindestens vier Symptome vorliegen:

Diese umfassen Hauptsymptome wie:

  • depressive Stimmung,
  • Antriebsminderung,
  • Interessenlosigkeit,
  • Zusatzsymptome wie Selbstwertverlust, unangemessene Schuldgefühle, wiederkehrende Gedanken an den Tod bzw. Suizidalität, kognitive Defizite, psychomotorische Veränderungen, Schlafstörungen und Appetitstörungen.
  • Häufig gehen depressive Störungen mit weiteren körperlichen Symptomen (z. B. Schwitzen) sowie mit weiteren emotionalen Symptomen (z. B. Ängstlichkeit) einher.

Während depressiver Episoden kann zusätzlich auch ein somatisches Syndrom auftreten, welches sich durch folgenden Symptome bemerkbar macht:

  • deutlichen Verlust von Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten
  • Interessenverlust,
  • mangelnde emotionale Reaktionsfähigkeit,
  • Früherwachen (Aufwachen zwei oder mehr Stunden vor der gewohntenZeit),
  • Morgentief,
  • beobachtbare psychomotorische Hemmung (Bewegunsgverlust) oder Erregung,
  • deutlichen Appetitverlust,
  • Gewichtsverlust (von mindestens 5 % des Körpergewichts über den Zeitraum der vergangenen vier Wochen),
  • Deutlicher Libidoverlust.

Manische Episoden sind durch eine der Situation unangemessene und dadurch auffällig gehobene, expansive oder gereizte Stimmung gekennzeichnet. Das Erregungsniveau ist deutlich erhöht und kann schnell in aggressive Erregung kippen. Antriebssteigerung, Rededrang, Ideenflucht, reduzierte soziale Hemmungen, vermindertes Schlafbedürfnis, überhöhte Selbsteinschätzung, Ablenkbarkeit, riskantes Verhalten und gesteigerte Libido sind weitere mögliche Symptome.

Gemischte Episoden sind durch eine Mischung oder einen raschen Wechsel (innerhalb weniger Stunden) von depressiven und manischen Symptomen gekennzeichnet. Depressive und manische Symptome müssen dabei gleichermaßen die meiste Zeit, während einer mindestens zweiwöchigen Phase auftreten.

Der Missbrauch und/oder die Abhängigkeit von Substanzen (z. B. Kokain, Ecstasy oder Amphetamine) können zu manischen oder Manie-ähnlichen Symptomen führen. Im Unterschied zur manischen Symptomatik bilden sich die substanzinduzierten manischen oder Manie-ähnlichen Symptome jedoch innerhalb kürzerer Zeit nach Substanzentzug zurück.

Bei der schweren depressiven sowie der manischen Episode muss bestimmt werden, ob sie mit psychotischen Symptomen einhergeht oder nicht. Am häufigsten sind Größen- , Liebes-, Beziehungs- oder Verfolgungswahn bei der Manie bzw. Schuld-, hypochondrischer, nihilistischer, Beziehungs- oder Verfolgungswahn bei der Depression.

Diagnostik

  • Genaue Anamnese
  • Ganzkörperstatus und neurologische Untersuchung
  • eine bildgebende Diagnostik (MRT oder CCT)
  • EEG
  • neuropsychologische Diagnostik z.B. Hamilton depression rating scale
  • Labordiagnostik mit neuroendokrinologischen Parametern (z.B. Hormonhaushalt)

Medikamentöse Therapie

Antidepressiva: Hierzu zählt eine Gruppe von ca. 30 Wirkstoffen, die zur Akutbehandlung der unipolaren Depression (ohne manische Phasen) zugelassen sind. Sie wirken an unterschiedlichen Stellen auf den Hirnstoffwechsel ein und haben deshalb unterschiedliche Wirkungen und Nebenwirkungen. Je nach den vorhandenen Symptomen der Depression werden die individuell passenden Antidepressiva ausgewählt, die dann regelmäßig einzunehmen sind.

Die Wirkung ist in der Regel nach 2-3 Wochen der Einnahme sichtbar, da die Medikamente diese Zeit benötigen, um die Blut-Hirnschranken zu überwinden. Antidepressiva machen nicht abhängig.

Nicht medikamentöse Therapien

  • Psychotherapie
  • Biofeedbacktherapie zum Erlernen einer besseren Selbstwahrnehmnung, zum Stressmanagement , zur Entspannung und zur Stabilisierung des Schlaf-Wach Rhythmus (s. Therapie)
  • Elektro-Krampftherapie (EKT)
  • Repetitive transcranielle Magnetstimulation (rTMS)
  • Lichttherapie, eingesetzt wird das weiße Licht einer Leuchtstoffröhre mit einer Lichtintensität von 10000 Lux (s. Tageslichtlampe)
  • Entspannungverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Sport- und Bewegungstherapie: eine verstärkte Endorphin Ausschüttung sowie der Stressabbau durch Ausdauersport bewirkt eine Stimmungsverbesserung
  • Kunst-, Musik- und Tanztherapie
  • Ergotherapie

Angststörungen

Angst ist ein normales Warn- und Alarmsignal im Leben und hilft bei der Bewältigung von vielseitigen Bedrohungen.

Angst kann aber auch eskalieren, entgleisen, sich verselbstständigen, krankhaft werden und ein Vermeidungsverhalten hervorrufen und so die Lebensqualität enorm einschränken.

Es gibt verschiedene Ausprägungen und Mischformen von Angststörungen, z.B. in Kombination mit einer Depression. In unserer Praxis haben wir diese bereits erfolgreich behandelt und unseren Patienten zu mehr Lebensqualität verholfen.

Panikstörung
Panikstörung ist eine plötzlich auftretende Angststörungen mit körperlichen Ausdrucksformen der Angst (Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, Schwitzen, Zittern, Beben, Mundtrockenheit, Atemnot, Erstickungsgefühl, Enge im Hals, Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, Übelkeit oder Bauchbeschwerden, Schwindel-, Unsicherheit-, Ohnmachts- oder Benommenheitsgefühle, Gefühl, dass Dinge unwirklich sind (wie im Traum) oder dass man selbst “nicht richtig da” ist, Hitzewallungen oder Kälteschauer, Taubheits- oder Kribbelgefühle) sowie Angst, die Kontrolle zu verlieren, „wahnsinnig” oder ohnmächtig zu werden und Angst, zu sterben.

Diese Panikattacken treten plötzlich auf und nehmen während ca. 10 Minuten an Stärke zu. Die Panikattacken können aus heiterem Himmel auftreten .

Agoraphobie
Agoraphobie tritt an Orten auf, an denen im Falle des Auftretens einer Panikattacke eine Flucht schwer möglich wäre oder peinliches Aufsehen erregen würde. Am häufigsten treten Angstanfälle in Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder in engen Räumen (z.B. Fahrstühlen) auf. Angst vor dem Alleinsein tritt häufig hinzu. Eine Begleitperson reduziert die Angst.

Generalisierte Angststörung
Die Patienten leiden und körperlichen Ausdrucksformen der Angst (Zittern, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Muskelverspannungen usw.) sowie unter Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörungen und anderen psychischen Symptomen. Im Gegensatz zur Panikstörung treten diese Symptome allerdings nicht gleichzeitig in Form eines Anfalls, sondern in wechselnder Kombination als unterschwelliger Dauerzustand auf. In der Regel können die Patienten nicht angeben, wovor sie eigentlich Angst haben. Die Patienten werden aber auch durch ständigen Sorge gequält, z.B. dass ihnen oder ihren Verwandten Unfälle zustoßen oder sie erkranken können.

Soziale Phobie
Die Patienten haben vor Situationen Angst, in denen sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, z.B. haben sie Angst vor öffentlichen Auftritten. Dabei fürchten sie, sich peinlich oder ungeschickt zu verhalten oder negativ bewertet zu werden.

Isolierte Phobie
Hierbei beschränkt sich die Phobie auf einzelne, umschriebene Situationen, die sich meistens auf Gegebenheiten der Natur beziehen(z.B. Spinnenphobie, Blutphobie, Höhenangst..)

Angst und Depression gemischt
Gleichzeitiges Bestehen von Angst und Depression, wobei weder das eine noch das andere vorherrscht.
Diagnostik

Differentialdiagnostik (zum Ausschluss evtl. anderer Ursachen, die ähnliche Symptome hervorrufen):

  • Lungenerkrankungen (z.B. Asthma bronchiale, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung)
  • Herz-Kreislauferkrankungen (Angina pectoris, Myokardinfarkt, Synkopen, Arrhythmien)
  • Neurologische Erkrankungen (komplex-partielle Anfälle, Migräne, Migraine accompagnée, Multiple Sklerose, Tumore u.a.)
  • Endokrine Störungen (Hypoglykämie, Hyperthyreose, Hyperkaliämie, Hypokalziämie, akute intermittierende Porphyrie, Insulinom, Karzinoid, Phäochromozytom)
  • Weitere Krankheitsbilder (periphere Vestibularisstörung, benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel, u.a.)

Zum Ausschluss einer organischen Ursache der Beschwerden sollten wenigstens folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Ausführliche Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte (Ca++, K+), Schilddrüsenstatus (TSH)
  • EKG mit Rhythmusstreifen
  • Ggf. Lungenfunktion
  • Ggf. kranielle Bildgebung (MRT, CT)
  • ggfs EEG.
  • medikamentöse Therapie: z.B.Citalopram, Escitalopram, Paroxetin, Setralin, Venlafaxin, Buspiron, Opipramol etc.
  • Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie)
  • Biofeedbacktherapie
  • rTMS- Therapie

Behandlungsziele

  • Angstsymptome und Vermeidungsverhalten zu reduzieren
  • Die Rückfallwahrscheinlichkeit zu reduzieren
  • Die Einschränkung der Bewegungsfähigkeit zu bessern
  • Die soziale Integration zu verbessern
  • Die berufliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen
  • Die Lebensqualität zu verbessern

Schlafstörungen

Unter dem Begriff Insomnie versteht man verschiedene Schlaf-Beschwerden. Hierzu zählen Ein- oder Durchschlafstörungen, ein ungenügender oder unerholsamer Schlaf bei dem man sich nach der üblichen Schlafzeit nicht erholt fühlt.

Der nicht erholsame Schlaf, der der schweren Insomnie zugrunde liegt, führt zu starken Beeinträchtigungen der sozialen und beruflichen Leistungsfähigkeit und ist mit Unruhegefühlen, Reizbarkeit, Angst, Depressivität, Erschöpfung und Müdigkeit verbunden.7
Es gibt verschiedene Ursachen

Primäre Insomnien
Die psychophysiologische Insomnie ist eine Störung mit körperlicher Anspannung und gelernten, schlafverhindernden Assoziationen, die zu Beschwerden einer Insomnie und daran gekoppelter verminderter Leistungsfähigkeit während des Wachzustandes führt. Anzeichen für gelernte, schlafverhindernde Assoziationen sind übertriebene Anstrengung einzuschlafen, ein erhöhtes Erregungsniveau, insbesondere vor dem Schlafengehen, und ein besserer Schlaf in anderer Schlafumgebung als in der üblichen.

Die selten vorkommende idiopathische Insomnie beginnt in der Kindheit und dauert lebenslang, wobei im Vordergrund ein lebenslanges Unvermögen steht, nicht ausreichend zu schlafen. Es wird vermutet, dass dem eine neurologisch bedingte Störung der schlaf-wach-regulierenden Systeme zugrunde liegt.

Sekundäre Insomnien (durch andere Erkrankungen ausgelöst)

  • Neurologische Erkrankungen
  • degenerative Erkrankungen (z. B. Parkinson-Syndrom, Multisystematrophien, Demenz, Dystonien, Chorea Huntington, hereditäre Ataxien, Fatal Familial Insomnia)
  • entzündliche ZNS-Erkrankungen (MS, Meningitiden, Meningoenzephalitis)
  • zerebrovaskuläre Erkrankungen
  • Hirntumore, Schädel-Hirn-Traumen
  • Epilepsien
  • andere spezifische schlafmedizinische Erkrankungen (z. B. Restless-Legs-Syndrom, Narkolepsie, Schichtarbeitersyndrom, schlafbezogene Atmungsstörungen)
  • Asperger-Syndrom
  • chronischer Schmerz
  • neuromuskuläre und Montoneuron-Erkrankungen
  • Kopfschmerz

Psychiatrische Erkrankungen
Jede psychiatrische Störung kann zu Schlafstörungen führen. Besonders hervorzuheben ist die enge Kopplung depressiver Erkrankungen und Angststörungen mit Insomnien.

Substanzmissbrauch/-abhängigkeit, toxische Faktoren

  • Alkohol
  • Koffein
  • Antibiotika
  • Anticholinergika
  • Antidepressiva (u. a. MAO-Hemmer, SSRI, Trizyklika)
  • Antihistaminika
  • Antihypertensiva (u. a. ACE-Hemmer, Betablocker, Clonidin, Kalziumantagonisten)
  • Appetitzügler
  • Benzodiazepine
  • Kortikosteroide
  • Diuretika (wenn sie zu Nykturie führen)
  • Dopaminergika
  • Hypnotika
  • illegale Drogen: Cannabis, Cocain, Heroin, Ecstasy etc.
  • Neuroleptika
  • Nikotin
  • Nootropika
  • Schilddrüsenhormone
  • Stimulanzien
  • Zytostatika

Behandlungsbedürftigkeit besteht nur dann, wenn neben einer Störung des Nachtschlafs auch über eine starke Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit oder Leistungsfähigkeit geklagt wird.

  • Behandlung der körperlichen, neurologischen oder psychiatrischen Grunderkrankung
  • medikamentöse Therapie der Insomnien:
    • kurzfristiger, vorübergehender Einsatz (ca. 4 Wochen) von schlafinduzierenden Substanzen je nach Grunderkrankung: Benzodiazepine, Non-Benzodiazepine, sedierende Antidepressiva, Neuroleptika.
    • Der 4-wöchige Einsatz wird empfohlen, um Hypnotikaabhängigkeiten vorzubeugen. Der Empfehlung für diese begrenzte Zeitdauer fehlt bisher jegliche Evidenz.
    • Benzodiazepine und Non-Benzodiazepine sollten bis maximal 4 Wochen verabreicht werden. Kurz wirksame Benzodiazepine sind zu bevorzugen. Alkoholderivate sind im Allgemeinen heute obsolet.
  • verhaltensmedizinische Strategien

Schlafinduzierende Substanzen (Wirkstoffgruppe, Substanzen)

  • Benzodiazepine (Lormetazepam, Flurazepam, Triazolam, Nitrazepam)
  • Non-Benzodiazepine (Zopiclon, Zolpidem, Zaleplon, Eszopiclon)
  • Antidepressiva (Trimipramin, Mirtazapin, Doxepin, Amitriptylin, Trazodon)
  • Neuroleptika (Melperon, Pipamperon, Levomepromazin, Prothipendyl)
  • Antihistaminika (Diphenylhydramin, Doxylamin)
  • pflanzliche Präparate (Baldrian, Hopfen, Melisse)
  • Alkoholderivate (Chloralhydrat)
  • Melatonin
  • Melatonin-Agonisten (Ramelteon, Circadin, Valdoxan)